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Schläfer im Peer-to-peer Filesharing System KaZaA


Unbegrenztes Vertrauen ist völlig unangebracht, wenn es um die Nutzung von Peer-to-peer Filesharing Systemen geht.

Ein gesundes Misstrauen gegenüber jeder heruntergeladenen Datei kann sicher nicht schaden. Mindestens genau so viel Aufmerksamkeit sollte man jedoch dem eigentlichen Client widmen. Nutzer der auf KaZaA basierenden Filesharing Clients KaZaA, Grokster und auch der, jetzt nicht mehr erhältlichen, auf KaZaA beruhenden Morpheus-Version haben einen fernsteuerbaren Mechanismus, einen Schläfer auf ihrem Computer.

Dafür wurde die Software von Brilliant Digital Entertainment mal so ganz nebenbei auf Ihrem Computer installiert. Schauen Sie doch mal nach. Finden Sie unter Laufwerk C:\ einen Ordner BDE? Dann haben auch Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit diesen digitalen Schläfer auf der Festplatte. Allerdings wird auch von der Borland Database Engine ein gleichnamiger Ordner angelegt. Finden sich im Ordner Dateien mit Begriffen wie 3D oder Brilliant wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Schläfer-Programm.
Doch was macht dieses Programm eigentlich? Es wartet auf seine Aktivierung. Dann kann es sehr vielseitig funktionieren. Als Network Storage, Distributed Computing System und Network Services.

Distributed Computing

Distributed Computing heisst verteiltes Rechnen. Zahlreiche mit dem Internet verbundene Rechner verfügen über ungenutzte Rechenkapazität und können, ähnlich wie ein Bildschirmschoner, immer dann aktiv werden, wenn der Computer einige Zeit nicht direkt genutzt wird. Zahlreiche Projekte aus Wissenschaft und Forschung basieren auf diesem System. Bisher haben sich die Nutzer jedoch immer nur auf freiwilliger Basis an derartigen Projekten beteiligt.

Die von Brilliant Digital Entertainment über KaZaA ausgelieferte Software, soll über ein von KaZaA völlig unabhängiges P2P-Netzwerk von der Tochtergesellschaft Altnet betrieben werden.

Mit der Aktivierung der Altnet-Software auf den PCs der Nutzer entsteht ein eigenes P2P-Netzwerk, das unabhängig von den Musiktauschdiensten arbeitet. Nach Angaben von Brilliant Digital Entertainment muss der Nutzer der Aktivierung seines PCs für Altnet zustimmen. Allerdings müssen Benutzer bereits beim Herunterladen der KaZaA-Software den Nutzungs-Bedingungen zustimmen.

Nicola Hemming, Geschäftsführerin von Sharman Networks, der jetzigen Betreiberfirma von KaZaA, erklärt, dass mit der Integration dieses Tools der gängigen Praxis bekannter Unternehmen, wie AOL, Microsoft und Real Networks entsprochen wird, Tools ohne Ankündigung in ihre Software zu integrieren.

PCs mit leistungsfähiger Internet-Anbindung und ausreichend freien Rechenkapazitäten sollen die Schaltstellen des Netzwerkes bilden. Die grundlegende Technologie für Altnet wurde von den Entwicklern der P2P-Software FastTrack, die auch die Basis für Kazaa bildet, lizenziert. Die Software wurde seit Februar mit KaZaA verteilt.

Bisher scheint es noch keinen konkreten Hinweise darauf zu geben, was mit diesem Distributed Computing überhaupt berechnet werden soll. Da Brilliant Digital Entertainment vor allem 3D-Technologie entwickelte, wäre diese rechenaufwendige Technologie ein möglicher Einsatzbereich. Egal wofür, die KaZaA Nutzer haben ja längst Ihr Einverständnis gegeben.

Digital Rights Managment

Die zusätzliche Variante des Musiktausches könnte dafür genutzt werden, Musik mit bestimten Qualitätskriterien zu vermitteln, kostenpflichtig. Schliesslich wisse man beim Tausch mit völlig fremden Menschen nicht genau, was man wirklich herunterlädt.

Network Storage

Speicherwaltung ist für viele Netzwerkadministratoren ein wichtiges Thema. Hier ist aber noch völlig unklar, was zukünftig im Rahmen dieser Speicherverwaltung auf Ihrem Computer landet.


Sollten Sie diese Software nun gar nicht mögen, da Sie durch die Hintertür auf Ihre Festplatte gelangte, können Sie diese auch wieder entfernen. Eine detaillierte Anleitung und weitere Informationen zur Software gibt es bei Heise: Doppelagent KaZaA

KaZaA ohne Zusätze

Als Alternative bietet sich ein KaZaA ohne Zusätze an. KaZaA Lite.

Dort wird unter dem Punkt Supertrick gleich noch erklärt, wie man seinem Computer beibringt Werbung und Cookies bestimmter Hosts zu blockieren sowie Websites welche die eigene Privatsphäre oder gar Sicherheit beeinträchtigen. Das funktioniert auch ohne KaZaA und kann auf jede beliebige Website angewandt werden. Bei KaZaA Lite ist die Sperre aufgehoben, die das Tauschen von Musikdateien mit Bitraten über 128 kBit unterbindet.

Weitere Infos zu: KaZaA Lite